24. MAI 2019
Richtig essen und trinken vor dem Schlafen gehen

Probleme beim Einschlafen können viele Gründe haben. Ruhelose Gedanken, die lärmenden Nachbarn oder der helle Mondschein, der durch das Fenster fällt. Eine meist unterschätzte Rolle spielt zudem unsere Ernährung. Nicht nur was wir essen, kann unseren Schlaf beeinflussen, sondern auch zu welcher Uhrzeit. 

 

Das Phänomen „Suppenkoma“ einfach erklärt

Nach einer üppigen Mahlzeit fühlen wir uns meist kurzzeitig sehr müde, dieses Phänomen auch als „Suppenkoma“ bekannt tritt häufig nach der Mittagspause auf. Die Begründung hierfür liegt zum einen darin, dass die Verdauung sehr viel Energie benötigt und zum anderen an dem Hormon Orexin. Dieses Hormon steuert nicht nur unser Hunger- und Sättigungsgefühl, sondern auch unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Kopplung dieser Gefühle war für das Leben der Höhlenmenschen vor vielen Tausend Jahren von grossem Vorteil, denn wer erfolgreich jagen wollte, musste wach und schnell sein. Erst nach der lebensnotwendigen Mahlzeit, die häufig rar war, konnte er sich eine Ruhephase erlauben. Dank der Evolution ist diese Eigenschaft des menschlichen Körpers bis heute erhalten geblieben. So hält uns ein leerer Magen nachts vom Schlafen ab und ein deftiges Mittagessen führt zu dem Wunsch nach einem Nickerchen.

Trotz dieser Erkenntnis ist der Schluss, den wir daraus ziehen nicht, dass uns ein umfangreiches Abendessen gut schlafen lässt. Denn eine zu fett- und kohlenhydratreiche Nahrung kann, wenn sie kurz vor dem Schlafen eingenommen wird zu einem unruhigen, nicht erholsamen Schlaf führen, da unser Magen und Darm dann stark arbeiten muss und sich nicht in seinen Ruhemodus einstellen kann. Zu empfehlen ist ein leichtes Abendessen, das ein wenig Kohlenhydrate enthalten darf, auf Fette und Zucker jedoch verzichtet. Süssigkeiten können in grossen Mengen am Abend eingenommen, zu einer Leberverfettung führen, da die nachtaktive Leber überschüssigen Zucker als Fett abspeichert.

 

Auf eine deftige Mahlzeit sollte vor dem Schlafen verzichtet werden

 

Wieso Kaffee uns nicht schlafen lässt

Beim Trinken können vor allem zwei Flüssigkeiten für Schlafprobleme sorgen: Kaffee und Alkohol. Kaffee hält uns wach, da es eine ähnliche Form hat, wie die Substanz Adenosin, welche beruhigend wirkt. Das Koffein dockt sich nach der Aufnahme an seiner Stelle an die Rezeptoren in unserem Gehirn an und versperrt die Plätze für das Adenosin. Auf den Rezeptoren kann das Koffein bis zu zwölf Stunden sitzen bleiben und so das Gefühl von Müdigkeit hemmt. Ab dem Nachmittag sollte, für einen erholsamen Schlaf, folglich auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke verzichtet werden. Alkohol hingegen hat mehr Tücken, da es uns zunächst schneller einschlafen lässt, in der Nacht jedoch zu einem sehr unruhigen und ungesundem Schlaf führt. Dass schnelle Einschlafen liegt daran, dass Alkohol die Konzentration des Stoffes Adenosin künstlich erhöht. Die Müdigkeit ist dementsprechend nach dem Verzehr von Alkohol besonders gross. Der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus wird so jedoch zerstört. Während des Schlafs beginnt der Körper nun den Alkohol abzubauen, da hierfür unser Nervensystem aktiviert wird, hat dies zur Folge, dass wir uns viel bewegen, schneller aufwachen und schlecht träumen. Für einen gesunden Schlaf unerheblich ist daher nur eine geringe Menge Alkohol, wie etwa ein Glas Rotwein oder eine Flasche Bier.

 

Kaffee und Alkohol erschwert das Einschlafen

 

Insgesamt gilt eine gesunde und ausgewogene Ernährung als förderlich für Körper und Geist und somit auch für unseren Schlaf. Zudem beschleunigen viel Bewegung und frische Luft am Tage das Einschlafen am Abend enorm. Nach einem erholsamen Schlaf startet ihr dann am Morgen gut gelaunt und voller Energie in den Tag.

Ein vitaminreicher Smoothie zum Frühstück ist dann genau das richtige.