27. SEPTEMBER 2019
Das Unterbewusstsein schläft nie

Du denkst, dein Gehirn geht beim Schlafen offline? Fehlanzeige! Auch im Schlaf läuft in unserem Kopf so einiges ab. Es ist die Zeit des Unterbewusstseins. Wir verraten dir nicht nur, wie du diese nächtliche Verarbeitung von Informationen und Gefühlen nutzen kannst, sondern auch faszinierende Informationen über unser Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein im Verborgenen

Wie unser Unterbewusstsein im Schlaf arbeitet, ist bis heute noch nicht gänzlich geklärt. Die Wissenschaft vermutet jedoch, dass der Schlaf nicht nur zur reinen Regeneration dient. Gerade Träume deuten darauf hin, dass im Schlaf viel mehr passiert. Eine These ist, dass im Schlaf unser Gedächtnis gebildet wird. Dies geschieht, durch die verarbeiteten Informationen in unserem Unterbewusstsein. Welche Informationen in unser Bewusstsein gelangen können wir nur sehr bedingt steuern, aber wir sollten versuchen, mehr auf unser Unterbewusstsein zu achten. Es kann im Schlaf Lösungen für uns bereitstellen, die wir tagsüber nicht sehen. Verbildlicht können wir es uns wie den Eisberg vorstellen, der die Titanic gerammt hat. Das Bewusstsein in nur der kleinere Teil, der aus dem Wasser ragt, aber der entscheidende Teil, das Unterbewusstsein, ist wesentlich größer und liegt verborgen unter der Wasseroberfläche.

 

Das Unterbewusstsein enthält Erinnerungen und Wissen

 

Das Bewusstsein ist begrenzt

Wenn wir wach sind, ist unser Handeln und Denken gesteuert von unserem Bewusstsein. In unserem Bewusstsein sind Wissen und Erfahrungen gespeichert, die unseren Willen formen etwas zu tun oder nicht zu tun. Wir entscheiden bewusst, ob wir einen bestimmten Job nachgehen, wen wir treffen und was wir in unserer Freizeit tun. Unser Unterbewusstsein ist jedoch wesentlich vielfältiger und übt einen großen Einfluss auf uns aus. Im Unterbewusstsein werden zahlreiche Erinnerungen und Gefühle gespeichert, die uns nicht bewusst sind. So kann eine Beziehung bewusst abgebrochen worden sein, in der Nacht drückt sich in Träumen jedoch aus, dass die Gefühle noch immer bestehen. Es ist vor allem die Nacht, in der unser Unterbewusstsein die Fäden in die Hand nimmt, wenn das Bewusstsein schläft. In Träumen drückt es aus, was dem Bewusstsein am Tag verborgen bleibt. Es kann verdrängte Erinnerungen ans Licht bringen und unsere verborgenen Ängste offenbaren, jedoch auch glückliche Erinnerungen wiedergeben, wie vergessene Kindheitsereignisse. Meist hinterlässt es am Morgen nur ein gewisses Gefühl von seinem nächtlichen wirken, schnell verdrängt von dem viel begrenzteren Bewusstsein, was nun wieder die Oberhand gewinnt. Doch wie können wir den großen Speicher an Wissen und Gefühlen nutzen, der in uns schlummert?

 

Das Unterbewusstsein ist nachts aktiv

 

Im Schlaf lernen

Mit bestimmten Methoden, kann unser Unterbewusstsein aktiv genutzt werden. So kannst du unter anderem im Schlaf lernen, indem du dich nachts bestimmten Reizen aussetzt. Dies funktioniert, indem du dich während des Lernens einen bestimmten Duft riechst. Diesen sprühst du nun auch in der Nacht in dein Schlafzimmer. So verarbeitet das Unterbewusstsein die aufgenommenen Informationen im Schlaf, da es durch den Geruch an das gelernte Wissen erinnert wird. Der Duft, wird im Unterbewusstsein daraufhin mit einer Information verknüpft und so abgespeichert. Wenn du dich dann am nächsten Tag versuchst an das Wissen zu erinnern und dein begrenztes Bewusstsein versagt, kann der verwendete Duft das Wissen quasi sichtbar machen, da es in deinem Unterbewusstsein vorhanden ist. Eine weitere Möglichkeit im Schlaf zu lernen, ist es, sich das Buch, in dem du am Tage Vokabeln gelernt hast in der Nacht unter das Kopfkissen zu legen. Durch die Berührung wird das Unterbewusstsein gezielt stimuliert und auf die gelesenen Vokabeln gelenkt. Auch dies hilft, das Gelernte besser abzuspeichern.

 

Träume geben einen Hinweis auf unser Unterbewusstsein

 

Das Unterbewusstsein fragen

Auch in schlafähnlichen Zuständen übernimmt unser Unterbewusstsein das Steuer. Wie zum Beispiel während eines Rauschzustandes oder während einer Hypnose. Eine Hypnose offenbart meist sehr eindrücklich, welche Erinnerungen in unserem Unterbewusstsein schlummern. So haben sich bereits viele Menschen während einer Hypnose an Dinge erinnert, die Ihnen nicht mehr bewusst waren, wie früheste Kindheitserinnerungen. Auch die Polizei nutzt in bestimmten Fällen die Hypnose, um Wissen zutage zu fördern, an das sich die Menschen im bewussten Zustand nicht erinnern können, wie das Kennzeichen eines Autos oder das Gesicht des Täters. Doch auch im Schlaf können wir unser Unterbewusstsein befragen, indem wir es auf bestimmte Dinge lenken, die uns beschäftigen. Dies funktioniert folgendermaßen, du schreibst ein Problem oder einen Wunsch auf einen Zettel, welches dich beschäftigt. Hilfreich, ist es, vor dem zu Bett gehen, an diese Dinge zu denken. In der Nacht überlässt du es dann deinem Unterbewusstsein, sich damit auseinanderzusetzen. Am nächsten Morgen ist es nun wichtig, deine ersten Gefühle und Gedanken zu notieren und zu versuchen dich an deine Träume zu erinnern. Hierbei können dir Lösungen offenbart werden, die auf einem größeren Fundus an Gefühlen und Wissen beruhen, als der deines Bewusstseins. Es sind unsere tieferen Empfindungen, die zeigen, was wir wirklich fühlen, zum Beispiel, was uns unglücklich macht und was uns guttut. Auf sein Unterbewusstsein zu hören ist daher meist eine kluge Entscheidung.